
Zum einstimmen:
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Meine Meinung ist:
Ein Thema was mir in der Weihnachtszeit sehr am Herzen liegt ist der miserable Punsch.
Gerade in der Punschzeit zeigt sich die Verarschung des Kunden und dessen kritikloser Umgang damit sehr gut.
Wohlgemerkt ich kann hier nur von Wien reden.
Was ist ein Punsch?
Ein Punsch ist ein Heißgetränk mit Alkohol ein paar Gewürzen und Früchten. Also eigentlich ist keine aufwendige Zubereitung, noch sind großartige Koch- oder Barkeeperkenntnisse notwendig.
Umso mehr stellt sich mir die Frage, warum 95% der Standbesitzer in Wien sich eine Punschbasis in Pulverform holen!?! Mit dieser Instand- Punschbasis wird das begehrte Heißgetränk zu einer Innereienzerstörenden Brühe, die am nächsten Tag so einen dicken Kopf macht (Rathausplatz) wie 2 Diclovit (Tabletten) mit 4 Bier (war ein fürchterliches versehen).
Noch dazu kommen die menschenverachtenden Kreationen, welche eine derartige Unwissenheit in Getränkekunde bezeugen, dass sich jeder Barkeeper oder Kellner persönlich angegriffen fühlen muss.
Es werden Punschmixturen angeboten, die eine ganze Süßwarenindustrie widerspiegeln und man auf den Gedanken kommen könnte, dass die Firmen selbst die Hände im Spiel haben. Vor zwei Jahren wäre mein Frau fast an einer im Punsch vorhandenen Rumkugel erstickt. Irgendwie hatte sie nicht wirklich mit der Fantasielosigkeit der Standbesitzer gerechnet, nämlich dass im Rumpunsch - Rumkugeln drinnen sind. (Kotz) (das war in Schönbrunn) Oder die herrliche Idee eines Gastro- Legasthenikers, Schokobananen in einen Pulverpunsch einzulegen (doppelkotz)(das war auch in Schönbrunn).
Wobei mein Highlight ein Bärenpunsch war.
Und zwar wurde dieser Punsch in durchsichtige Becher abgefüllt, was ja auch ein interessantes Detail ist. Obwohl ich hier im 1. Bezirk unterwegs war.
Ich bekam in diesen Becher einen blutsturzroten Schlatz über eine Art Ketchupspender in den Becher befördert und dieser wurde mit etwas heißem flüssigen aufgefüllt.
Ich ging auf meinen Platz und als ich vertrauensvoll einen Schluck nahm musste ich mich fasst übergeben. Der Schlatz hatte sich im Wasser nicht aufgelöst und schwamm Bröckchenweise im Becher herum.
Und zum Schluss mein letzter ,„gib mir deine Kohle damit ich dich verarschen kann” , Versuch.
Am Spittelberg gab es bis vor 2 oder 3 Jahren immer eine Feuerzangenbowle. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich mich jedes Jahr darauf gefreut, mit Freunden am Spittelberg, auf eine Feuerzangenbowle zu gehen. Ich hatte dieses Ritual begonnen als ich vor ca. 8 Jahren einmal am Spittelberg war. Damals hatte es gerade frisch geschneit, die Feuerzangenbowle wurde von netten Kellnern gepflegt ausgeschenkt und der brennende Rum wurde in regelmässigen Abständen über den Zuckerhut gegossen. Ausserdem sang eine schwarze Dame Gospelsongs. Die Stimmung war einfach umwerfend weihnachtlich Romantisch.
Bei meinem letzten Besuch am Spittelberg sah die Szene anders aus und es war auch keine Gospelsängerin mehr hier, welche die Weihnachtsstimmung akustisch verbreiten konnte.
Ich ging mit meinen Freunden trotzdem an die heilige Feuerzangenbowlen- Stelle. Aber welche Überraschung. Sie war weg.
Da mich an Qualitätsverfall in der Gastronomie nicht mehr viel aus der Fassung bringen kann, weil ich schon so viel erlebt habe, nahm ich es hin wie ein Musketier einen Bauchstich.
Doch die wahre Schmach kam ein paar Meter weiter in mein Blickfeld, als nämlich 10m von dem ehemaligen Feuerzangenbowlen- Standplatz, ein besoffener Typ kurz vor dem Aufstieg zum Augustinverkäufer aus einem Standfenster raus hing und dieser vermeintliche Antigastronom auf der Tafel in großen Lettern „FEUERZANGENBOWLE” stehen hatte.
Ich ging zu diesem Doom3 Zombie Nebendarsteller und fragte wo den die Feuerzangenbowle sei und er deutete auf einen schmutzigen, früher silbernen Kanister……………………………
Diese Geschichte könnte weitergehen, aber die weiterführende Diskussion war eher unnütz und liest sich wahrscheinlich auch nicht gut.
Ich trinke seit diesem Vorfall nur noch Bier auf Weihnachtsmärkten, aus der Flasche versteht sich. Und da die Standler oft regionales Bier aus ihren Gemeinden mithaben, stößt man ab und zu auf neue, noch nicht versuchte Biersorten.
Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass jeder hier aufgezählte Punsch zwischen
€ 3,60 und € 4,50 kosteten und ich bin der Meinung, dass man für solche Schihüttenpreise auch eine gute Qualität verlangen darf.
So und jetzt zum Abschluss noch ein Weihnachtsgedicht dass zu meiner Punsch- Stimmung passt.
C H A R I T Y P U N S C H:
Im Winter find ich keine Ruh,
bevor ich nicht was Gutes tu.
Es gibt viel Not auf dieser Welt,
Am besten hilft man da mit Geld.
Nicht mit dem Zahlschein auf der Bank,
Es gibt was Bess`res, Gott sei Dank.
Damit das Helfen mich auch freut,
Hab ich für einen Rundgang Zeit.
Jetzt, im Advent, an allen Ecken
Kann man den Punsch schon förmlich schmecken,
Der heiß und süß und parfümiert
Zum Wohl der Andren `trunken wird.
Im Namen Allahs geh ich`s an
Und spende für Afghanistan.
Dann einen für die armen Kinder
Und für die ganz ganz armen Inder.
Ich denk an die Malteser Ritter,
Denn deren Leiden ist recht bitter.
Beim Stand vom Lion`s Club, am Graben
Kann ich mich für Rumänien laben.
Rotarier nicht zu vergessen,
Die haben beinah nichts zu essen.
Als nächstes hebe ich mein Glas
Rasch für die liebe Caritas.
Für`s Rotes Kreuz und für die Gruft
Mit Zimt und mit Holunder-Duft.
Ich merke deutlich: Guter Werke
Erfordern sehr viel Kraft und Stärke.
Ein Punsch noch rasch für die Partei,
Als Wechselwähler trink ich zwei.
Dort steht der Herr Bezirksvorsteher,
Bei einem Punsch kommt man sich näher.
Für`s Kinderdorf, für Kommunisten,
Für Asylanten, Terroristen.
Ich trinke gerne noch ein Viertel
Für einen neuen Sprengstoff-Gürtel.
Für Hungernde im fernen China,
Für Araber in Palästina.
Wer Gutes tut, hat immer recht.
Ein Punsch noch ” und dann wird mir schlecht.
Doch ehe ich nach Hause schunkel,
trink ich noch rasch für “Licht ins Dunkel”.
Man kann doch wirklich jeden Deppen
Mit Punsch und Glühwein kräftig neppen.
Ich kann die Häferln nicht mehr zählen,
Jedoch ich muß mich weiterquälen.
Am Stephansplatz werd ich ganz fromm
Und trinke auf den Stephansdom.
Spätabends ladet mich wer ein
Zu Punsch und Keks bei Kerzenschein.
Doch bitte, komm mit leeren Händen!
Du kannst ja für die Armen spenden.”
Am Sonntag dann, in meiner Pfarr
Wird sicher auch der Punsch nicht gar.
Das Geld für das, was uns so schmeckt
Wird in die Renovierung g`steckt.
So trink ich mich durch den Advent.
Ein Wahnsinn, was man dafür brennt!
Doch ist das letzte Geld auch weg,
Ich tu`s für einen guten Zweck.
Ich bin ein hoffnungsloser Säufer,
Und Schuld sind nur die Punsch-Verkäufer.
Den Punsch kann ich schon nicht mehr sehen
Und laß ihn zu Silvester stehen.
Ich habe nur mehr einen Wunsch:
Ich trinke alles, nur kein Punsch.
Den Nächsten gibt es, das ist klar,
Erst im Advent im nächsten Jahr.
Quelle: Spaßmail die durch die Welt geht